Ess-Störungen
„Seit Jahren erbreche ich und komme nicht davon los“ –„Ich habe eine Magersucht entwickelt und will wieder gesund werden, aber ich weiß nicht, wie“ – „Abends habe ich immer Essattacken; ich kann an nichts anderes mehr denken“
Essstörungen als seelische Erkrankungen rücken seit Jahren vermehrt in den Blickpunkt.
Der Kreislauf aus hungern, sich überessen, essen und erbrechen erfasst mehr und mehr Menschen, die scheinbar keine anderen Regulationsmöglichkeiten für ihre Gefühle zur Verfügung haben.
Man unterscheidet verschiedene Formen von Essstörungen:
- Anorexie (Magersucht)
- Bulimie(Ess-Brechsucht)
- Adipositas (Esssucht)
- Binge-Eating-Disorder (Essanfälle)
Die Hintergründe dafür sind auf verschiedenen Ebenen zu finden:
- individuell - familiär - gesellschaftlich
Eine Therapie umfasst alle Ebenen und sieht die Betroffenen einerseits im Mittelpunkt und gleichzeitig auch immer im familiären und gesellschaftlichen Bezug.
Das hilft, die Betroffenen nicht als „Schuldige“ zu sehen, sondern als Menschen, die für sich die scheinbar einzig mögliche Bewältigungsstrategie gewählt haben, um mit den für sie unlösbar scheinenden Lebensfragen zurecht zu kommen.
In der Therapie werden folgende Ziele angestrebt:
- Verstehen und Annehmen des Symptoms
- Veränderung der Beziehungen zu sich selbst und anderen
- Ein positives Körperbild
- Symptomreduktion / Symptomverlust
- Essen mit Lust, Genuss und Freude
Je nach Schwere und Dauer der Erkrankung muss mit einem Therapieverlauf von zwei bis vier Jahren ausgegangen werden.
Essstörungen sind also keine „vorübergehenden Spinnereien“, sondern schwere psychische Erkrankungen, die Zeit brauchen, um zu heilen.